Rundbrief März 2011

Liebe Freunde und Förderer von UAAH!

Die Rückschau auf das Jahr 2010 fällt mir schwer – ich versuche vergeblich mehr Zeit für mich zu gewinnen und die Zeit für UAAH konzentriert zu koordinieren, was mir einfach nicht gelingen mag.

Das Jahr 2010 war erfüllt, und wir sind stolz auf die erbrachte Leistung, hier bei uns und auch in Uganda – auch wenn wir überall Durststrecken zu überwinden haben.

Im Januar sind alle Mitarbeiter erst einmal erschöpft von der vielen Arbeit vor Weihnachten. Wie alle immer auf der Homepage verfolgen können, waren wir erfolgreich auf dem Adventsmarkt in Finsterwald, erstes Adventswochenende im Gasthof Glashütte und Nikolaus-Markt in unserem Privathaus in Glashütte.

Aber zurück zum Jahresbeginn 2010, nach der Aufarbeitung des vorherigen Jahres begann die Planung für die jährliche Ugandareise, die im Jahr 2010 mein Mann Werner Jaksch zusammen mit der Zahnärztin Agnes Wagner im März machte. Die Vorbereitungen waren sehr umfangreich, da wir sicherstellen mussten, dass Agnes das benötigte Material vor Ort bekam.

Im März erhielten wir aus der Aktion „Leser helfen Lesern“ der Tegernseer Zeitung einen Scheck in Höhe von €33.379,63. Diese großartige Unterstützung unserer Projekte hat uns ermutigt größere Aufgaben in Angriff zu nehmen, gleichzeitig spürte ich jedoch die Bürde der Verantwortung für diese uns anvertraute Summe.

Meine Freundin Kay feierte im Februar ihren 70. Geburtstag und hat, wie schon in den Vorjahren, auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für UAAH gebeten. Da erhielten wir die stolze Summe von knapp 2000€.

Sehr erfolgreich war dann auch der Ostermarkt in unserem Privathaus hier in Glashütte, wo wir auch fast 2000€ erwirtschaftet haben.

Im Garten von Elisabeth H. in Rottach-Egern durften wir dann am 5.Juni bei hochsommerlichen Temperaturen einen Bonifatiusmarkt veranstalten, mit einem Rahmenprogramm vom Ponyreiten für Kinder bis zu den Kreuther Goaßlschnolzern haben wir mit dem Verkauf von Flohmarktartikeln, Kuchen und Blumen 1400€ erwirtschaftet.

Der Nachtflohmarkt in Tölz machte nur Arbeit und brachte kaum Ertrag und dann liefen schon die Vorbereitungen für Adventsmarkt in Finsterwald, im Gasthof Glashütte und dem Nikolausmarkt hier in unserem Privathaus auf vollen Touren.

Dazwischen wurden Schuhsammlungen und T-Shirts in Umzugskartons nach Uganda auf den Weg gebracht. Letztes Jahr haben wir 13 Pakete je 20 kg je 85€ Porto geschickt. Gut erhaltene Schuhe verschicken wir mit großem Erfolg. Bisher sind alle unsere Pakete angekommen und haben bei den Empfängern große Freude ausgelöst.

Wir wurden sowohl von der Europäischen Schule in München-Perlach mit ganz großartigen Spendenaktionen bedacht, wie auch von der Grund- und Hauptschule in Rottach-Egern und aus einigen Privatinitiativen.

Unsere ehrenamtlich tätigen Mitglieder sind das ganze Jahr über fleißig und beliefern uns mit kreativen, handwerklich gefertigten Dingen für unsere Märkte. Unsere guten Marmeladen und Gelees sind inzwischen schon sehr weit verbreitet. Dieses in den letzten Jahren aufgebaute Netzwerk lässt mich froh und zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht in irgendeiner Form für UAAH tätig bin geht. Die Korrespondenz mit unseren Partnern in Uganda, die Kontrollfunktion all unserer Projekte, die Vorbereitung all unserer Veranstaltungen, die Pflege unserer Förderer und die Veröffentlichung in den verschiedenen Medien wird von einer kleinen Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter mit mir und meinem Mann durchgeführt und all das läuft bei uns zusammen und wird von hier koordiniert. Wir wollen ein kleiner engagierter Verein bleiben, weil wir nur so garantieren können, dass das gesamte Spendenaufkommen auch wirklich da ankommt, wo wir uns das vorstellen.

Unsere Arbeit in Uganda führt uns immer wieder zu neuen Aspekten und Überlegungen. Auf der einen Seite müssen wir unseren Partnern vor Ort vertrauen, auf der anderen Seite ist Kontrolle äußerst nötig. Wir lernen leider immer wieder, dass es wenig Sinn macht, technische Gerätschaften zu bewilligen, die dann nicht nach unserem Standard gepflegt werden. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, unser Spendenaufkommen hauptsächlich in der Schulbildung und der weiterbildenden Erziehung von Kindern und Jugendlichen anzulegen.

Wir können immer noch mit monatlich 15€ ein Kind zur Grundschule schicken, kleiden und medizinisch versorgen. Jedoch ist die anschließende Berufsausbildung immer mehr zu unserem Anliegen geworden und diese Ausbildung ist richtig teuer. Eine Ausbildung zur Schneiderin beispielsweise kostet für ein Jahr 500€, die Ausbildung zum Krankenpfleger oder zur Krankenschwester dauert 2 ½ Jahre und kostet im Jahr 1000€.

Eine vom deutschen Entwicklungsdienst erbaute und von uns für gut befundene Technische Schule kostet pro Schüler jährlich 1000€. Nach einem 2-3 jährigen Studium ist jedoch ein junger Mensch in der Lage z.B. als Kfz-Mechaniker oder Elektriker eine Familie zu ernähren.

Wir dürfen nicht vergessen, dass jetzt eine Generation von jungen Menschen in Uganda heranwächst, die zum ersten Mal versucht, nach einer Familiengründung ihre Kinder auf eigene Kosten in die Schule zu schicken und auszubilden. Sie sind inzwischen im Kampf mit Aids geschult und lernen, dass es ihnen nicht möglich ist – wie vorher üblich – 12 Kinder pro Familie zu ernähren und auszubilden. Die Ugander haben immer nur angebaut, was die eigene Familie ernährt hat. Sie haben nicht gelernt Handel zu betreiben und das können sie auch heute noch schlecht, weil die dazu benötigte Infrastruktur fehlt.

Darüber berichten wir gern in persönlichen Gesprächen, dies sinnvoll zu Papier zu bringen, fehlt mir einfach die Zeit und wer noch nie in Afrika war, wird es auch kaum verstehen.

Die Afrikaner sagen auch zu uns: „wir haben die Zeit und ihr habt die Uhr“ – wir korrekten Deutschen stoßen immer wieder auf Grenzen und es ist auch in meinen Augen nicht die richtige Art von Entwicklungshilfe, die Kultur der Ugander ändern zu wollen. Unser Anliegen ist in erster Linie, dass alle Kinder die Möglichkeit bekommen, zur Schule zu gehen und möglichst auch auf einen Berufsweg gebracht werden können.

Alle Spendengelder die bei uns eingehen werden zu diesem Zweck verwendet.

Wir reisen auf unsere Privatkosten jährlich nach Uganda, um dort zu kontrollieren dass unser Geld so verwendet wird, wie wir es hier planen.

Derzeit können wir ca. 200 Kinder in die Grundschule schicken und etwa 20 Jugendlichen wird eine weitere Ausbildung durch uns finanziert.

Wir fördern Frauengruppen, teilweise mit Mikrokrediten oder auch mit Werkzeug – wie etwa bei der Gruppe der Zieglerinnen. Wir haben junge Männer auf eine Landwirtschaftsschule geschickt, damit sie in ihren Dörfern daheim helfen können, das Land sinnvoll zu bebauen und damit Einkommen zu generieren.

Wir haben uns nach der Einrichtung einer Krankenstation aus dieser zurückgezogen, weil die Pflege und Wartung der angeschafften Geräte nicht unseren Vorstellungen entspricht.

Wir haben uns auch von der Unterstützung des Weiterbaues der Schule vorläufig zurückgezogen, weil auch dies nicht unseren Vorstellungen entspricht. Wir könnten uns jederzeit wieder dazu bereit erklären, wenn die mit uns abgesprochenen Planungen auch dementsprechend ausgeführt werden. Wir üben uns in Geduld mit den Ugandern, aber wir fordern von unseren Partnern auch Transparenz ein, damit das Geld aus Deutschland im Sinne unserer Geldgeber verwendet wird.

Ich danke allen für ihre Spenden und hoffe, dass wir diese verantwortungsbewusst verwalten und weiterleiten. In diesem Jahr beliefen sich unsere Einnahmen auf 23.418,80€, dafür sind wir sehr dankbar, denn der große Scheck über 33.379,63€ kam noch dazu.

Jeder noch so kleine Betrag ist willkommen und die großen Beträge geben immer wieder einem jungen Menschen die Chance einer Berufsausbildung.

Bitte denkt daran, dass diese jungen Menschen gern zur Schule gehen und gern eine Ausbildung machen möchten und auch nur so eine Zukunft vor sich haben.

Ich danke euch von ganzem Herzen für euer Engagement mit einem herzlichen Vergelt's Gott!

Angelika Jaksch

UAAH e.V. Geschäftsleitung